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Liebe Schwestern und Brüder, sie alle,

 

es hat uns eigentümlich berührt - jene Anweisung unseres Kardinals Reinhard Marx, für das Erzbistum München bis auf weiteres alle öffentlichen Gottesdienste in der gesamten Diözese abzusagen.

Freilich: Die Vernunft gebietet dies; es kann niemandem daran gelegen sein, der Ver-breitung des Coronavirus Vorschub zu leisten; und das geschieht eben, wenn sich viele Menschen zusammenfinden, ganz gleich wo und aus welchem Grund.

Taufen, Hochzeiten, Eucharistiefeiern – alles ruht für einige Zeit; wie lange, lässt sich noch schwer einschätzen. Es kann und wird wohl noch eine ganze Weile dauern.

Es fehlt uns etwas, das spüren wir; und es ist nicht irgendetwas: Die Präsenz des Herrn mitten unter uns im Gottesdienst ist von eigener Qualität und ein nicht zu überschät-zendes Geschenk.

Und: Wenn wir dieses Gespür und Empfinden so haben – „es fehlt uns etwas“ - ist dies ein gutes Zeichen; es zeigt, dass unser Herz daran hängt – was im Grunde bedeutet: Dass unser Herz am Herrn hängt. Denn all dies sind S e i n e Gaben.

Mag sein, dass uns der Mangel in diesen Tagen bewegt, bewusster in den Blick zu-nehmen und wahrzunehmen, was uns hier geschenkt ist.

Indes dürfen wir wissen: Nicht etwa nur unser Herz hängt am Herrn; andersherum ist es genau so: Dein Herz, o Gott, hängt am Menschen – hängt an uns, an mir, an dir. Gottes Liebe geht uns nach; und: sie findet uns überall, nicht allein oder ausschließlich in der Kirche oder beim Gottesdienst. Bist Du nicht überall?! Nun: Der Apostel Paulus sagt. „In IHM leben wir, bewegen wir uns und sind wir“. –

Sollte ich denken, Du, Gott und Vater, fändest den Weg nicht zu mir, wenn bei mir die Tür offen ist, die Tür des Glaubens; soll ich denken, Du fändest den Weg nicht zu mir, wenn mein Herz offen ist für Dich, mein Gott?!

„Rufe mich an am Tag der Not, und ich werde Dich retten“, sagst Du zu uns. Und: Du hörst mich – jederzeit und überall. Du findest mich überall. „Ob ich gehe oder ruhe, es ist Dir bekannt, Du bist vertraut mit all meinen Wegen.“

Wir sollten doch nicht denken, Gott kenne und finde uns, seine Kinder, nur an Sonn- und Festtagen! Gottes Herz sucht alle Wege und alle Tage nach einem jeden Einzelnen von uns.

Es mag der Mangel, den wir jetzt erfahren, eine Einladung sein, aufmerksamer, inten-siver nach Gottes Präsenz und Anwesenheit zu tasten entlang an unseren Alltagswe-gen. „Gott, Du mein Gott, Dich suche ich“, heißt es in einem Psalm. Gehen wir als Gott-Sucher unseren Weg.

Und der Glaube weiß: „Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.“

Wir bleiben im Gebet verbunden, und Sie sind mit hineingenommen in die Feier der Heiligen Eucharistie, welche wir täglich für uns wie für Sie alle miteinander in unserer Klosterkapelle feiern.

Liebe Schwestern und Brüder

Behüt Sie Gott, seien sie gesegnet - verbunden im Glauben und im Gebet

Ihre Brüder in Maria Eck

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